Geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung
Standortfaktor für Ostwestfalen-Lippe

Landschaft OWL


Mit seiner großen Dichte an medizinischen Einrichtungen und einer umfassenden Infrastruktur insbesondere im Bereich Prävention und Rehabilitation, mit hoher medizinischer Spezialisierung und langjähriger Verbundenheit mit Gesundheitsthemen und –dienstleistungen profiliert sich Ostwestfalen-Lippe als Gesundheitsregion.
Auf allen Ebenen – von der Weltgesundheitsorganisation WHO bis zur Landesgesundheitskonferenz NRW – untermauern politische Beschlüsse, dass Geschlechterdifferenzierung ein Qualitätsstandard effektiver und bedarfsgerechter Gesundheitsförderung und -versorgung ist, und fordern eine verstärkte Umsetzung von Gender Mainstreaming im Gesundheitswesen.

Auch in OWL engagieren sich zahlreiche AkteurInnen und Projekte, um geschlechtsspezifische Aspekte im Umgang mit Gesundheit und Krankheit stärker in den Blick zu nehmen. Wie kann dieses Potenzial einer geschlechtergerechten Gesundheitsversorgung verstärkt als Standortfaktor für die Gesundheitsregion OWL profiliert werden? Um dieser Frage nachzugehen, hat das IZFG – gemeinsam mit den Kommunalen Gesundheitskonferenzen und den Gleichstellungsbeauftragten aus Bielefeld, Lippe und Gütersloh, der Westfälischen Klinik für Psychiatrie, der medusana-Stiftung und anderen Aktiven – ein Netzwerk aufgebaut. Auf zwei Fachtagungen und in mehreren Arbeitsgruppen werden konkrete Schritte zur Umsetzung einer geschlechtergerechten Gesundheitsversorgung in OWL entwickelt.

ExpertInnengespräch 19.10.2006: „OWL – Region für geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung

Am 19.10.2006 hat in der Westfälischen Klinik für Psychiatrie in Gütersloh ein zweites ExpertInnengespräch statt gefunden. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage, welche politische Unterstützung die Idee einer geschlechtergerechten Gesundheitsversorgung in OWL findet und wie sich die begonnene und geplante Vernetzungsarbeit fortsetzen und sicher stellen lässt. Außerdem ging es darum, den Austausch und Synergieeffekte zwischen den Akteurinnen und Akteuren fortzuführen und weitere gemeinsame Aktivitäten zu spezifischen Aspekten gesundheitlicher Versorgung zu initiieren. Erstmals wurden auch Akteure zum Thema Männergesundheit gezielt eingebunden werden. Als Schwerpunktthemen standen die Themen Depression, Sucht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf der Tagesordnung.
Rund 50 ExpertInnen waren der Einladung gefolgt. Unter der Moderation von Christine Etrich (WDR) nahmen in einer Podiumsdiskussion Vertreterinnen und Vertreter der Landespolitik – Inge Howe (SPD) und Maria Westerhorstmann (CDU), der Gesundheitswirtschaft - Stephan Dransfeld (Mediankliniken), Dr. Michael Mc Cabe und Brigitte Meier (ZIG), der Ärzteschaft – Dr. Claudia Kramer und Dr. Barbara Ehret-Wagner, sowie Dr. Monika Weber (ehemals Koordinationsstelle Frauen und Gesundheit NRW, jetzt Gleichstellungsstelle Bielefeld) Stellung dazu, wie sie den Ausbau der Versorgungsqualität unter Genderaspekten sichern wollen. Zuvor hatten Prof. Petra Kolip vom Bremer Institut für Geschlechterforschung und Thomas Altgeld (Geschäftsführer der Landesvereinigung für Gesundheit, Niedersachsen) als Hauptreferenten der Veranstaltung mit viel Esprit nachdrücklich auf den hohen Handlungsbedarf hingewiesen um eine gute Versorgungsqualität unter geschlechtsspezifischen Aspekten sicher zu stellen. Frau Dr. Bunte (Abt. Gesundheit, Kreis Gütersloh) schilderte aus kommunaler Sicht die Probleme aussagefähige geschlechtsspezifische Daten zu ermitteln, um Maßnahmen einleiten zu können. Frau Prof. Dr. Bardehle illustrierte die Differenzen und die sich daraus ergebenden Handlungsbedarfe exemplarisch anhand geschlechterdifferenzierter Daten zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Wie aber kann sich OWL als Gesundheitsregion für eine geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung weiter profilieren und sich vernetzen, um Defizite, wie die genannten zu beseitigen? Dieser Frage gingen die Teilnehmer am Nachmittag in Arbeitsgruppen nach. Sie verständigten sich darauf, die Netzwerke zum Thema geschlechtsspezifische Aspekte von Suchterkrankungen und Herzerkrankungen fortzusetzen. Eine neu gegründete Arbeitsgruppe des Netzwerkes „Depression betrifft Frauen und Männer“ wird in Kooperation mit der Universität Bielefeld gezielt Forschungsvorhaben vorantreiben.

 

Dokumentation des ExpertInnengespräch vom 19.10.2006

  1. Grußwort Herr Mersmann, Kreis Gütersloh (40 KB)
  2. Grußwort Herr Dr. Kloss, Westfälische Klinik für Psychiatrie
  3. Grußwort Prof. Dr. Hornberg, Universität Bielefeld (540 KB)
  4. Grußwort Frau Thomann-Stahl, Bezirksregierung Detmold (85 KB)
  5. Vortrag Prof. Dr. Petra Kolip und Thomas Altgeld „Herausforderungen und Hemmnisse einer geschlechtergerechten Gesundheitsversorgung“ – Teil I (888 KB)
  6. Vortrag Prof. Dr. Petra Kolip und Thomas Altgeld „Herausforderungen und Hemmnisse einer geschlechtergerechten Gesundheitsversorgung“ – Teil II (1 MB)
  7. Vortrag Dr. Anne Bunte „Umsetzung von Gender-Kriterien in Gesundheitsberichterstattung und –konferenz“ Bunte(2 MB)
  8. Vortrag Dr. Monika Weber „Frauen- und Männergesundheit in OWL – ein Sachstandsbericht“  Weber(535 KB)
  9. Vortrag Prof. Dr. Doris Bardehle „Herzinfarktmorbidität und –mortalität in OWL“  Bardehle(422 KB)
  10.  Pressefoto, Fotografin Frau Ibeler (Die Glocke)  Foto(645 KB)

 

Vernetzung, Impulse und Aktivitäten 2005-2006

Das erste Expertinnengespräch am 22.02.2005 hatte zahlreiche Impulse und Aktivitäten ausgelöst.

Auftakt: Expertinnengespräch 2005

Den Auftakt für eine Vernetzung der AkteurInnen für eine geschlechtergerechte Gesundheitsversorgung bildete ein ExpertInnengespräch,.das das IZFG gemeinsam mit den Geschäftsstellen der kommunalen Gesundheitskonferenzen und den Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Bielefeld und des Kreises Lippe am 22.02.2005 organisiert hat.
Ziel war es, vorhandenes Wissen und konkrete Angebote der Region Ostwestfalen-Lippe zum Thema Frauengesundheit zu ermitteln und zu bündeln, den Austausch unter den Akteurinnen zu fördern, das Interesse am Thema und die Bereitschaft sich für eine solche Zielsetzung zu engagieren abzufragen sowie Handlungsbedarfe und konkrete Maßnahmen für eine geschlechtergerechte Gesundheitsregion in OWL zu erarbeiten.

Einladungsflyer Einladungsflyer

Dokumentation des Expertinnengesprächs:

1. Ergebnisdokumentation  mehr
2. Referat Dr. Monika Weber  mehr
3. Referat Prof. Dr. Doris Bardehle  mehr
4. Folien zum Referant Brigitte Meier  mehr
5. Karte_OWL  mehr
6. Die Methode Open-Space  mehr
7. Sammlung Frauengesundheit in OWL  

 

 

TopHome